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THINK BIG, START SMALL

STREETSCOOTER
DIE E-MOBILE ERFOLGSSTORY: Innovationsprozesse radikal effizienter

STREETSCOOTER
THE E-MOBILE SUCCESS STORY: Innovation processes radically more efficient

"Wir haben gezeigt, wie man schlagartig die Markteintritts-barrieren für fremde Dritte, also Quereinsteiger, substantiell reduziert."

"Wir haben gezeigt, wie man schlagartig die Markteintritts-barrieren für fremde Dritte, also Quereinsteiger, substantiell reduziert."

Think Big, Start Small: Haben Sie wirklich groß gedacht, als Sie an das Projekt StreetScooter herangingen?

Prof. Schuh: Wir haben einen ungewöhnlichen Prozess gestartet, wie man an eine Fahrzeugentwicklung rangeht.

Jetzt ist der StreetScooter aber doch irgendwie etwas Großes geworden, oder?

So eine Tesla-Story ist eine Think-Big-Story. Streng genommen hat Elon Musk [Gründer der Firma Tesla] auch klein angefangen, der hat einfach gesagt: Ich nehme ein fertiges Auto, also den Lotus, und operiere da über fertige Batteriezellen einen relativ wenig komplexen Motor rein. Und dann macht der ein Auto und ist selber überrascht, dass trotz seines Vorbildes die Branche quasi nicht reagiert. Aber das Big Picture, das hat er trotzdem von vorn herein auf dem Schirm gehabt, das hatten wir gar nicht, weil das Think Big immer eine Finanzierungsgeschichte ist. Big und Small ist für mich gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist Think und Start.

Aber am Ende des Tages steht nun doch etwas Großes da, was draus wurde. Das ist vielleicht nicht Teil der Vision gewesen. Stoßen Sie sich daran?

Ich habe nichts dagegen, man muss jetzt trotzdem einmal sagen, unter groß wird die Öffentlichkeit eher solche Dinge wie Tesla verstehen. Musk hatte ein ganz großes Bild, wo er einmal hin will: Ich will mal der führende ökologische Mobilitätsanbieter werden. So eine visionäre Musk-Story, die hat uns gar nicht umgetrieben. Der Knaller bei uns ist eigentlich ein anderer. Nämlich der: Wenn man genauer auf die Technologie, vor allem auf die mögliche Produktionstechnologie schaut, haben wir gezeigt, wie man auf einmal schlagartig die Markteintrittsbarrieren fuür fremde Dritte, also Quereinsteiger, substantiell reduziert.

Das heißt genauer?

Eigentlich gibt es vier unüberwindbare Hindernisse für einen Quereinsteiger in die Autoindustrie. Die Markteintrittsbarriere ist so groß, weil: erstens braucht man eine Marke, zweitens einen Vertriebskanal, drittens eine selbsttragende Bodystruktur, viertens ein Hightech-Powertrain-Aggregat [Antriebsstrang]. Vor allem die selbsttragende Bodystruktur ist extrem werkzeugintensiv und kapitalintensiv in der Veredelung, in der Lackierung. Das kann technologisch ein OEM5, er kann Karosserie und er kann Powertrain. Wenn man dann ein bisschen reinguckt, was bei einem Elektrofahrzeug relevant ist, dann ist das Schwierige die Batterie, und da gibt es zurzeit kein Dominant Design, also ist keiner der möglichen Anbieter in einer Poleposition. Keiner wird, ähnlich wie bisher beim Motor, die Batterie selberproduzieren. Bei Elon Musk ist das nur im Moment noch so. Wenn man das Thema „selbsttragende Bodystruktur“ mal genauer betrachtet, kommt man bei der Durchleuchtung der technologischen Möglichkeiten zu dem interessanten Schluss: Upps! Das probate Konzept „Selbsttragende Karosserie“ ist bei einem Elektroauto gar nicht mehr nötig, ich kriege sogar Freiheitsgrade, ich kriege Effekte bei kleinerer Stückzahl, wenn ich es anders mache. Und ich kann sogar noch ein paar technische Vorteile daraus ziehen. Genauso war das in der entscheidenden Phase, als wir das erste StreetScooter-Fahrzeug entworfen haben.

Netzwert-Partnerschaft statt Netzwerk-Partnerschaft

Man kann den Streetscooter in vier Worten erklären: Langfristig. Einfach. Besser. Machen.